Kein Spiel für schwache Nerven!

Spielbericht D1-Junioren, Qualifikationsrunde Herbst 2018:

SV Germania Eberstadt I – SKG Bickenbach I am 26.08.2018

Das gilt vor allem bei Spielen gegen die SKG aus Bickenbach. Hatten unsere Jungs in der letzten Quali-Runde noch mit einem hohen Sieg geglänzt, konnte heute nicht von einer Wiederholung ausgegangen werden. Denn Bickenbach wird als eine der stärkeren Mannschaften in dieser Quali-Runde eingeschätzt. Das aus dem fachkundigen Wissen unseres Trainers. Und es gab wahre Fußball-Highlights gegen die Bickenbacher in der Vergangenheit. Aber das ist Geschichte, heute müssen die drei Punkte her. Eberstadt erhielt noch Schützenhilfe aus der C1 durch einen Stürmer, der vielleicht als Stammspieler in die Mannschaft integriert werden soll. Es konnten also alle gespannt sein, was sich da so auf dem Platz abspielen wird.

Beide Mannschaften versuchten, gleich zu Beginn des Spiels ihre Pflöcke zu setzen und zu zeigen, wer hier als Sieger vom Platz gehen möchte. Eberstadt spielte ballsicher, die Pässe kamen präzise an und es wurde Druck auf Gegner und Ball ausgeübt. Aber Bickenbach hielt dagegen und unterstrich die Einschätzung unseres Trainers. Es dauerte einige Minuten, bis Eberstadt gefährlich vor das Tor des Gegners kam. Die Chance wurde jedoch nicht in Zählbares umgesetzt, aber es war ja auch noch Zeit, um die Abschlusspräzision zu verbessern und die ersten Treffer zu erzielen. Im weiteren Verlauf des Spiels erkämpfte sich Eberstadt immer mehr die Oberhand und war ab diesem Zeitpunkt, ungefähr in der Mitte der ersten Halbzeit, die spielbestimmende Mannschaft. Unsere D1 kombinierte schnell und erkämpfte sich früh den Ball aus den Reihen des Gegners. Aber so toll, wie sie dies schafften, so vergaben sie Ihre erspielten Chancen. Es war nicht immer nur die fehlende Präzision im Abschluss, sondern wirklich auch, man muss es so nennen, brutales Pech. Mancher Abschluss verpuffte durch Abprallen am rechten Pfosten, Entlangrollen parallel vor der Torlinie hinter dem Torwart und wieder weg vom Tor durch Abprallen am linken Pfosten. Jeder Billardspieler hätte feuchte Augen bekommen. Aber unsere Jungs hätten den Ball lieber hinter der Torlinie gesehen. So ging es weiter mit Pfosten- und Lattentreffern. Nach dieser Rechnung sollte es zur Pause bereits 5:1 stehen. Der Anschlusstreffer wäre dahingehend verdient gewesen, da Bickenbach auch einen Lattentreffer produzierte, der vor die Torlinie sprang und von unserem Torhüter geklärt wurde. So fiel in ersten Halbzeit kein Treffer und es hieß 0:0.

Aber unsere Jungs trauerten den vergebenen Chancen nicht nach, kamen top motiviert aus der Kabine und setzten Bickenbach sofort wieder unter Druck. Das war wirklich sehr schön anzusehen. Aber leider blieb es auch bei der mageren Chancenauswertung. Jetzt mussten unsere Jungs die Spannung halten und konzentriert weiterspielen. Wenn der Gegner einmal mürbe gespielt ist, dann ergeben sich auch immer wieder gute Torgelegenheiten. Ein ums andere Mal ging der Ball knapp am Tor vorbei oder penetrierte das Aluminium. Es war nun wirklich deprimierend. Jetzt sah man aber, dass unsere Jungs langsam, aber sicher, zu Fußballspielern und einer Mannschaft gereift sind. Sie feuerten sich gegenseitig durch Zurufen an, klatschten in die Hände, um sich und den Teamkollegen wieder aufzurichten und zu motivieren. Die D1 aus Eberstadt spielte sehr klug, rannte nicht sinnlos gegen den Gegner an, sondern suchte immer wieder Lücken oder den freien Raum für den nächsten steilen Pass, um den pfeilschnellen Sturm in Richtung Tor zu schicken. Doch auch die Gefahr lauerte immer wieder für einen Glückstreffer, einen einzigen Angriff, der durch die Eberstädter Reihen geht und Bickenbach den Führungstreffer ermöglichte. Souverän kontrollierten aber unsere Jungs den Gegner und ließen in Richtung ihres Gehäuses wenig bis gar nichts zu. Aber wie sollte ein Tor fallen, wenn das Gehäuse des Gegners wie durch ein imaginäres Kraftfeld verschlossen ist? Da ist manchmal guter Fußballrat teuer. In der 51. Spielminute erspielte sich Eberstadt einen Eckball von rechts. Dieser wurde wunderschön vor das Tor des Gegners gezirkelt. Unser Spieler stand genau an der richtigen Stelle und nickte das Leder zum 1:0 Führungstreffer ein. Wow, da vielen Felsbrocken von den Herzen unserer Spieler. Aber sie wussten um die Gefährlichkeit dieses Spielstands, spielten konzentriert und besonnen weiter, ohne den Gegner gefährlich vor das eigene Tor kommen zu lassen. Hatten sie bis zu dieser Minute wirklich mit allen Mitteln gekämpft und sich angestrengt, viel das erlösende Tor durch eine Standardsituation. Wie im richtigen Fußballleben: “Wenn nichts mehr geht, funktionieren Standardsituationen.“ In der 53. Spielminute dann der nächste Eckball. Gleiche Seite, gleiche präzise Ausführung vor das Tor des Gegners, aber dieses Mal ein anderer Kopf, der das Spielgerät sehenswert hinter die Torlinie presste. 2:0! Das war hochverdient und dem Spielgeschehen leider nicht gerecht werdend. Denn Eberstadt hätte zu diesem Zeitpunkt mit 8 Toren führen müssen. In den letzten Minuten des Spiels passierte dann nichts mehr. Eberstadt war weiterhin die dominierende Mannschaft, konnte den Torestand aber nicht mehr verbessern.

Wäre da nicht das Pech oder die fehlende Präzision im Abschluss, hätten unsere Jungs ein wahres Torfestival gefeiert. Aber so sind es trotzdem 3 Punkte für die Tabelle und die D1 hat wichtige Fußballtugenden gelernt. Bravo!!!!